Mittwoch, 21. Oktober 2015

rot und schwarz treffen auf orange


wie schon letzte woche habe ich für den mustermittwoch "textiles" zum stickgarn gegriffen. diesmal trifft es auf altes leinen in einem altem stickrahmen.



ich bin ja ganz stolz auf mich, dass ich so langsam aber sicher mein "schul-handarbeitstrauma" abbaue ;-)! meine stickerei schicke ich heute zu frau müllerin ins textile musterland.


ich hab dann gleich noch ein bisschen weitergestickt...




bei frau nahtlust heißt das motto der papierliebe für den oktober immer noch orange. und so habe ich aus einer sehr alten malerei, einem stickfaden und dem herrn pascha eine collage gestaltet. auf papier zu sticken macht allerdings nicht so viel spaß wie auf stoff, denn die einstechlöcher sind oft sichtbar oder reißen sogar ein. vielleicht habe ich aber auch zu dickes garn genommen. ich werde weitere versuche machen!

alle orangenen papierliebhaberinnen finden sich im oktober hier zusammen!


wenn ihr übrigens alle meine posts lesen möchtet, dann macht das am besten via bloglovin - blogger hat zur zeit probleme und zeigt nicht alle meine veröffentlichungen in euren dashboards bzw. leselisten an. hier gehts nochmal zur kunstschachtel vom montag!



Montag, 19. Oktober 2015

kunstschachtel nr 31, bühnenbild und nr 32, pfeilring





kunstschachtel nr 31, bühnenbild
21,5 x 14 cm
materialien: holzschachtel, foto, blätter der silberpappel, papier, spielfigur, buchschnipsel



 die pfeilring-schachtel vom letzten mustermittwoch habe ich jetzt in mein projekt 2015 eingereiht:



kunstschachtel nr 32, pfeilring
16 x 9 cm
materialien: pappschachtel, spielchip, lochpappe,  stickgarn, acrylfarbe



Sonntag, 18. Oktober 2015

blätterreigen


bei lotta's "bunt ist die welt" geht es heute herbstlich zu!



im garten mag ich besonders die blätter der felsenbirne, weil sie in allen herbstfarben leuchten. für die vögel hab ich immer einige verblühte sonnenblumen draußen liegen, die meist in windeseile leergefressen sind.



im herbst gibt es für mich kaum etwas schöneres, als bei sonnigem wetter solch einen weg entlang zu gehen und das knistern und rascheln der blätter unter meinen füßen zu spüren. hoffentlich wird dieser oktober auch nochmal golden!!






ebenso faszinierend finde ich die blattverfärbung des weinlaubs - bei solch bewachsenen wänden kann ich immer nur staunen, was die natur so zustande bringt!


mehr buntes heute wieder bei lotta!




Freitag, 16. Oktober 2015

freitagsallerlei 33/2015



an einigen ecken geht es im garten trotz temperaturen um den nullpunkt noch sommerlich zu. weil ich meine cosmeen so spät umgepflanzt habe, fangen sie jetzt erst richtig an zu blühen. und einige rosen schaffen es auch immer bis in den november hinein.  die zarten schönheiten vom küchenfenster schicke ich zu helgas freitäglichen blumentag.


am mittwoch habe ich ja schon von unserer tour in die oberlausitz berichtet. heute gibt es noch eine kleine bilderflut. viel spaß in sachsen, wo wir viele schöne orte besuchten und wo uns sehr freundliche menschen begegneten!


 in dresden starteten wir mit unserer tour


weiter ging es nach görlitz, der östlichsten stadt deutschlands, die mit über 4000 größtenteils restaurierten kultur- und baudenkmälern gerne als das größte zusammenhängende deutsche flächendenkmal bezeichnet wird. bei einer stadtführung konnten wir viel entdecken und erfahren.

ob es den hühnerologischen verein in görlitz noch gibt?

 die kirche st. peter und paul thront hoch über der neiße


die neiße ist seit 1945 die grenze zu polen. der östliche teil der stadt bildet seitdem die eigenständige polnische stadt zgorzelec und ist mit görlitz zusammen seit 1998 europastadt. heute kann man einfach über die kleine brücke rüberspazieren!




das zisterzienserinnen-kloster st marienthal bei ostritz  liegt auch direkt an der neiße und lohnt unbedingt einen besuch. 2010 wurde es schwer durch hochwasser getroffen - hier könnt ihr ein paar bilder davon sehen und einen bericht darüber lesen. bei unserem besuch haben wir nicht mehr viel davon gemerkt, aber es gibt dort immer viel dort zu tun. und tatsächlich gibt es dort einen weinberg!




in der grenzschänke in friedersdorf haben wir mit unserer gruppe einen gemütlichen abend verbracht und gut gegessen. friedersdorf liegt an der spree, die hier die grenze zu tschechien bildet. falls ihr lust habt zu sehen, wie uwe steimle die grenzschänke besucht und herrlich sächselt, dann schaut euch dieses kleine video an!



auch die manufaktur in herrnhut haben wir besucht, den ort, wo die schönen herrnhuter sterne herkommen. aber darüber werde ich dann in der adventszeit mal berichten!



natürlich waren wir auch im elbsandsteingebirge und haben die bastei besichtigt. es war trotz vieler anderer besucher sehr eindrucksvoll!


auch in pirna haben wir uns rumgetrieben. leider war das schöne rathaus gerade - wie von christo und jeanne claude - in folie eingepackt!



unsere unterkunft für vier tage war die familienferienstätte "bethlehemstift" in neukirch/lausitz. dort gibt es verschiedene ferienwohnungen, die von gruppen, aber auch von einzelnen familien gemietet werden können. das haus liegt mitten im wald und bietet viele möglichkeiten für wanderungen und für ausflüge in die oberlausitz.






ein verwunschener wald und eine streuobstwiese verführten mich natürlich dazu, ein mandala zu legen! 
ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen verleiten, vielleicht auch einmal lottas schönes sachsen zu besuchen - es lohnt sich wirklich!





im garten ist es jetzt sehr herbstlich und der himmel seit einer woche grau und verregnet. aber die felsenbirnen, die buchenhecke und die birken leuchten kräftig dagegen an. den grauen himmel schicke ich morgen zu katjas "in heaven".

s  c  h  ö  n  e  s    w  o  c  h  e  n  e  n  d  e   !


ps: in verschiedenen dashboards wurde mein post vom montag nicht angezeigt. wenn ihr die schätze von svea, meine ideen dazu und mein dschungelbuch noch sehen möchtet: hier geht's lang!


Mittwoch, 14. Oktober 2015

von frottee, damast und den webern


als wir letzte woche in der oberlausitz unterwegs waren, haben wir uns auch das "deutsche damast- und frottiermuseum" in großschönau angesehen. die textilindustrie hat dort eine lange tradition. von 1666 bis 1933 wurde dort echter damast hergestellt. "auf zeitweise fast 1000 zugwebstühlen fertigten fleißige weber vor allem kostbare tischwäsche. zu den abnehmern gehörten vorwiegend adel und kirche in ganz europa." (aus dem infoblatt des museums).
auch die frottierweberei hat dort eine lange tradition. 1856 wurde in großschönau der erste frottierhandwebstuhl in betrieb genommen. die meisten weber nagten jedoch am hungertuch, kinderarbeit war normalität, die arbeitsbedingungen waren katastophal - vergleichbar mit den heutigen in bangladesch, indien und anderswo auf der welt. (siehe auch unten!)


natürlich passt der besuch dort perfekt zu frau müllerins musterthema im oktober: textiles! ich hab euch ein paar bilder und ein paar muster von dort mitgebracht.


hier wurde und wird noch heute damast gewebt. die blauweißen servietten kann man im museum als mitbringsel erstehen.


frotteeweberei




die lochkarten werden nach zeichnungen einzeln für muster erstellt, dann aneinandergenäht und laufen danach automatisch durch den webstuhl. heute entstehen an diesem alten webstuhl handtücher für touristen. wenn die maschinen laufen ist der lärm unbeschreiblich. die weber  mussten das zu zeiten der industrialisierung 13 stunden und mehr am tag ertragen!

schon zu allen zeiten wurden muster in frotteestoffe gewebt.





schöne details - mit den unteren rollen werden bänder für springseile gewebt

 
 ein paar muster, die ich im museum entdeckt habe

wer interesse an der geschichte der oberlausitzer textilindustrie hat, findet hier informationen dazu. ein zitat daraus, das mich sehr nachdenklich gemacht hat: "Von 1990 bis 1992 sank die Zahl der Beschäftigten in der Textilindustrie von ca. 215.000 auf 25.000. Durch diesen Rückgang verlor die Oberlausitz ihre über Jahrhunderte bedeutsame Position in der Textilindustrie".




die lochkarten haben mich inspiriert, eine bereits angefangene schachtel weiter zu gestalten und mal wieder zu nadel und stickgarn zu greifen.




"pfeilring solingen"
16 x 9 cm
materialien: pappschachtel, spielchip, lochpappe, stickgarn, acrylfarbe


mehr textile muster heute wieder wie jeden mittwoch bei frau müllerin!


noch ein kleiner anhang:
 
Die schlesischen Weber

Heinrich Heine


Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
"Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Götzen, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöten;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft, gefoppt und genarrt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt
Und uns wie Hunde erschießen läßt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt -
Wir weben, wir weben!

Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht -
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!"
(1844)
zur entstehung und geschichte von heinrich heines gedicht findet ihr hier die hintergrundinformationen. ebenso passend zum thema ist auch gerhard hauptmanns drama "die weber", dass den aufstand der schlesischen weber gegen unmenschliche lebensbedingungen zum inhalt hat. 


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