endlich habe ich es einmal geschafft, den schönsten braunschweiger friedhof zu besuchen. es ist der dom-, und st.magnifriedhof, der sich in der nähe des braunschweiger hauptbahnhofes, direkt neben der stadthalle befindet. ich hatte das perfekte wetter für meinen spaziergang am 10. juni, 22 grad und sonnenschein.


"Der Dom- und
St. Magnifriedhof ist ein Zusammenschluss aus ursprünglich drei
Friedhöfen. Dem St. Magnifriedhof (1718) im Süden und Westen, und im
Nordosten der Domfriedhof (1758) und ein Friedhof für das Hofpersonal
(1729) von Herzog August Wilhelm, das 1783 in den Domfriedhof integriert
wurde. 1839 wurde der St. Magnifriedhof um eine Fläche im Westen
erweitert. Urprünglich wurden beide Friedhöfe unterschiedlich gestaltet
und erhielten im 20. Jahrhundert eine einheitliche Gestaltung. Ein
weitmaschiges Wegenetz erstreckt sich unter dem alten Baumbestand
entlang von noch vereinzelt vorhandenen Grabmalen des 18. und 19.
Jahrhunderts im Stile des Klassizismus und der Spätromantik. In der
Nordostecke des Domfriedhofes befindet sich die Kapelle von 1900." quelle



"Der Dom- und St. Magnifriedhof an der Gerstäckerstraße 18 wurde im 18. Jahrhundert angelegt. In Braunschweig wurden die Kirchhöfe ab 1755 vor die Tore der Stadt verlegt, da die Kirchhöfe innerhalb der Stadtmauern überbelegt waren. Der Dom- und St. Magnifriedhof wurden somit zu den Begräbnisstätten der BewohnerInnen des Grauen Hofes, des St. Blasisusstiftes und der St. Magni- Gemeinde." quelle
auf den friedhöfen sind viele braunschweiger persönlichkeiten bestattet. oben die bestattungsstelle des hofbaurates carl theodor ottmer, von dem in braunschweig heute noch viele bauten zeugen.
zwischen wunderbaren alten bäumen, hecken und wiesen finden sich überall alte grabmale.
peter joseph krahe war der vorgänger von ottmer als als oberbaurath und entwarf u.a. die klassizistische villa salve hospes, die heute den kunstverein bs beherbergt. wer sich dafür interessiert kann sich auf dem krahe-rundweg über den wallring über seine bauwerke informieren.
im hinteren teil des magnifriedhofs wurden große flächen nicht gemäht und bilden mit den alten grabsteinen eine harmonische einheit. sie sind auch ein refugium für viele vögel, kleintiere und insekten fast mitten in der innenstadt.
im hintergrund die großbaustelle der stadthalle
ich war bestimmt zwei stunden auf dem friedhof unterwegs und habe fast 100 fotos gemacht. von der ruhe und idylle war ich begeistert und auch von zum teil schönen und interessanten schriftzügen und stilelementen auf den vielen grabmalen.
auch das grabmal von gotthold ephraim lessing (1729 - 1781) befindet sich auf dem magnifriedhof. es war lange zeit verschollen und wurde erst 1833 wiederentdeckt. heute wird es von der gesellschaft der staatstheaterfreunde gepflegt. lessing war von 1770 bis 1781 bibliothekar an der herzoglichen bibliothek in wolfenbüttel, hielt sich aber oft in braunschweig auf, wo er auch verstarb.
überall entdeckte ich besondere grabmäler. jedes einzelne lud zum genauen hinschauen ein.

hier findet ihr eine auflistung deutscher und braunschweiger persönlichkeiten, die auf dem dom- und st.magnifriedhof begraben liegen, u.a. auch die grabmale der verlegerfamilien westermann, campe und vieweg. bedeutende frauen findet man dort allerdings nicht. alleinig marie huch, eine schriftstellerin (nicht zu verwechseln mit ricarda huch, mit der sie durch ihre hochzeit verwandt war) und tochter des schriftstellers gerstäckers und seiner frau, der hofschauspielerin anna aurora sauer wird dort als einzige frau erwähnt.
im rahmen meiner recherche habe ich festgestellt, dass es in braunschweig noch zahlreiche weitere alte friedhöfe gibt. den ein oder anderen werde ich bestimmt noch aufsuchen und auf dem dom- und st.magnifriedhofes werde ich sicher noch öfter herumspazieren. besonders im frühling soll er von blausternchen übersät sein.
verlinkt bei heikes monatsspaziergängen, wo ihr noch viele andere ausflüge findet. außerdem finden meine naturbeobachtungen noch bei nicoles plausch am gartenaun ihren platz.