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Mittwoch, 28. Oktober 2015

allerlei leinen




für den heutigen mustermittwoch von frau müllerin hab ich als erstes eine alte leinengarnrolle fotografiert und vermustert.  leider weiß ich nicht, welcher vogel hier das garnschiffchen im schnabel hat. war es vielleicht eine möwe?









ich mag altes leinen und finde die geflickten ecken besonders schön. hier ist es ein alter mehlsack, der ganz oft repariert wurde und sicher viele jahre lang gehalten hat. und wenn ich erstmal nähen kann :-), dann werde ich das leinen auch noch weiterverwenden und es zu einer tasche verarbeiten!



zum schluss habe ich noch mit einer der garnrollen auf ein stück leinenstoff ein kleines muster gedruckt. mal sehen, was daraus noch wird!




vielleicht beziehe ich mit dem stoff ein neues kleines buch.  dieses hier habe ich vor zwei jahren bei einem workshop bei frau müllerin gemacht und mag es immer noch sehr, auch wenn es noch unbenutzt ist!

mehr textile mustereien heute wieder hier - ich bin schon gespannt auf das novemberthema!

und wenn euch blogger mal wieder meine montagsschachtel mit dem hirschkönig nicht gezeigt hat: hier findet ihr sie!



Mittwoch, 21. Oktober 2015

rot und schwarz treffen auf orange


wie schon letzte woche habe ich für den mustermittwoch "textiles" zum stickgarn gegriffen. diesmal trifft es auf altes leinen in einem altem stickrahmen.



ich bin ja ganz stolz auf mich, dass ich so langsam aber sicher mein "schul-handarbeitstrauma" abbaue ;-)! meine stickerei schicke ich heute zu frau müllerin ins textile musterland.


ich hab dann gleich noch ein bisschen weitergestickt...




bei frau nahtlust heißt das motto der papierliebe für den oktober immer noch orange. und so habe ich aus einer sehr alten malerei, einem stickfaden und dem herrn pascha eine collage gestaltet. auf papier zu sticken macht allerdings nicht so viel spaß wie auf stoff, denn die einstechlöcher sind oft sichtbar oder reißen sogar ein. vielleicht habe ich aber auch zu dickes garn genommen. ich werde weitere versuche machen!

alle orangenen papierliebhaberinnen finden sich im oktober hier zusammen!


wenn ihr übrigens alle meine posts lesen möchtet, dann macht das am besten via bloglovin - blogger hat zur zeit probleme und zeigt nicht alle meine veröffentlichungen in euren dashboards bzw. leselisten an. hier gehts nochmal zur kunstschachtel vom montag!



Mittwoch, 14. Oktober 2015

von frottee, damast und den webern


als wir letzte woche in der oberlausitz unterwegs waren, haben wir uns auch das "deutsche damast- und frottiermuseum" in großschönau angesehen. die textilindustrie hat dort eine lange tradition. von 1666 bis 1933 wurde dort echter damast hergestellt. "auf zeitweise fast 1000 zugwebstühlen fertigten fleißige weber vor allem kostbare tischwäsche. zu den abnehmern gehörten vorwiegend adel und kirche in ganz europa." (aus dem infoblatt des museums).
auch die frottierweberei hat dort eine lange tradition. 1856 wurde in großschönau der erste frottierhandwebstuhl in betrieb genommen. die meisten weber nagten jedoch am hungertuch, kinderarbeit war normalität, die arbeitsbedingungen waren katastophal - vergleichbar mit den heutigen in bangladesch, indien und anderswo auf der welt. (siehe auch unten!)


natürlich passt der besuch dort perfekt zu frau müllerins musterthema im oktober: textiles! ich hab euch ein paar bilder und ein paar muster von dort mitgebracht.


hier wurde und wird noch heute damast gewebt. die blauweißen servietten kann man im museum als mitbringsel erstehen.


frotteeweberei




die lochkarten werden nach zeichnungen einzeln für muster erstellt, dann aneinandergenäht und laufen danach automatisch durch den webstuhl. heute entstehen an diesem alten webstuhl handtücher für touristen. wenn die maschinen laufen ist der lärm unbeschreiblich. die weber  mussten das zu zeiten der industrialisierung 13 stunden und mehr am tag ertragen!

schon zu allen zeiten wurden muster in frotteestoffe gewebt.





schöne details - mit den unteren rollen werden bänder für springseile gewebt

 
 ein paar muster, die ich im museum entdeckt habe

wer interesse an der geschichte der oberlausitzer textilindustrie hat, findet hier informationen dazu. ein zitat daraus, das mich sehr nachdenklich gemacht hat: "Von 1990 bis 1992 sank die Zahl der Beschäftigten in der Textilindustrie von ca. 215.000 auf 25.000. Durch diesen Rückgang verlor die Oberlausitz ihre über Jahrhunderte bedeutsame Position in der Textilindustrie".




die lochkarten haben mich inspiriert, eine bereits angefangene schachtel weiter zu gestalten und mal wieder zu nadel und stickgarn zu greifen.




"pfeilring solingen"
16 x 9 cm
materialien: pappschachtel, spielchip, lochpappe, stickgarn, acrylfarbe


mehr textile muster heute wieder wie jeden mittwoch bei frau müllerin!


noch ein kleiner anhang:
 
Die schlesischen Weber

Heinrich Heine


Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
"Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Götzen, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöten;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft, gefoppt und genarrt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt
Und uns wie Hunde erschießen läßt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt -
Wir weben, wir weben!

Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht -
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!"
(1844)
zur entstehung und geschichte von heinrich heines gedicht findet ihr hier die hintergrundinformationen. ebenso passend zum thema ist auch gerhard hauptmanns drama "die weber", dass den aufstand der schlesischen weber gegen unmenschliche lebensbedingungen zum inhalt hat. 


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