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Mittwoch, 23. Oktober 2019

stoff trifft papier - buchrezension und verlosung


im jahr 2012 habe ich meinen ersten workshop zum thema buchbinden bei michaela müller in bergisch gladbach gemacht. es war auch einer ihrer ersten, und was sich seitdem getan hat, ist eine wirkliche erfolgsgeschichte! 

nicht nur, dass michaela seitdem unzählige frauen mit ihren vielfältigen kursen zum stempeln, buchbinden, stoffdrucken und vielem mehr animiert hat, sie hat inzwischen auch ihr eigenes studio, wo sie u.a. auch ihre workshops anbietet. inzwischen ist sie auch - nicht nur in deutschland, sondern auch in der schweiz und österreich - bekannt für ihre postkunstaktionen, die sie gemeinsam mit tabea heinicker jährlich dreimal auf die beine stellt und an denen sich immer ca 150 personen beteiligen.



am 9. september  hat michaela nun - nach ihrem ersten "bunten buch" - bereits ihr zweites "stoff trifft papier" im haupt-verlag veröffentlicht., von dem ich genauso begeistert bin wie von ihrem ersten, über das ich HIER 2017 berichtet habe.


schwerpunkt ihres neuen buches ist die textile buchgestaltung - die verbindung von stoff mit papier und es soll nähbegeisterte und papierkünstler*nnen gleichermaßen begeistern. "dieses buch soll beide seiten zusammenbringen: textile projekte in die papierwelt und die schönheit des materials papier in die nähwelt - und das ohne anspruch auf perfektion und mit einem experimentellen ansatz." (zitat von michaela).

als papierkünstlerin beschäftige ich mich selten mit stoffen, habe zur zeit keine nähmaschine und war deshalb besonders gespannt, welche möglichkeiten sich mir bieten, auch mit textilen materialien zu arbeiten.




aus dem inhaltsverzeichnung erfährt man sehr übersichtlich, welche projekte man mit stoff und papier gemeinsam verbinden kann. nach einer guten einleitung in die grundlagen der stoff- und papierverarbeitung  geht es gleich weiter mit ersten, sehr konkreten anleitungen. so erfährt man, wie man ein leporello mit stoffdeckel, eine sammelmappe oder ein papiertäschchen anfertigen kann.




das nächste kapitel "auf knopfdruck" gehört zu meinen liebsten. wunderschön bebildert zeigt es allerlei möglichkeiten, mit knöpfen stoff und papier zu gestalten. mein kleines zine auf dem obigen foto habe ich übrigens für einen mustermittwoch gemacht, bevor ich michaelas buch in den händen hielt. eine gewisse ähnlichkeit an vorlieben ist nicht zu verleugnen ;)!



mit kapitel 4 des buches, dem stoffdruck, habe ich mich ausführlich beschäftigt und einiges dank michaelas perfekten anleitungen - aber immer mit raum für eigene ideen! - fabriziert.



mit verschiedenen stoffen hab ich mit der gelliplatte experimentiert und schöne ergebnisse bekommen.







ganz bewusst habe ich andere farben genommen, als michaela in ihrem buch. besonders die schwarz-weiß-drucke haben es mir sehr angetan, denn hier konnte man die stoffabdrucke sehr gut sehen. so habe ich gleich ein buch mit einer für mich neuen bindung, die michaela schon zu anfang beschreibt - die kettenstich-bindung - nur in schwarz-weiß als collagenheft gestaltet.



die papiere habe ich auf ein altes handtuch geklebt (in ermangelung von buchbinderleim geht auch gel medium!), lange gepresst und getrocknet und dann weitergestaltet. die kanten habe ich absichtlich ein wenig ausgefranst, das gibt dem ganzen eine gewollte unfertigkeit.



ein weiteres buch habe ich mit meinen stoffdruckpapieren und reststoffen davon als fauxdori (gummibandbuch) hergestellt.




innen ebenfalls mit stoff bezogen und mit eingefärbtem gummiband bespannt, beherbergt es jetzt zwei kleine hefte, die weitergestaltet werden können. 


auch postkarten und tags habe ich noch mit den gedruckten papieren geklebt. 


 ein schöner gegensatz zu den schwarz-weißen büchern!



michaela hat auch befreundete bloggerinnen eingeladen, gastbeiträge zu schreiben. tabea heinicker hat wunderbare stoffgeschichten in der buchschachtel gestaltet (oben) und susanne heiß ein hinreißendes leporello aus stoff, papier und allerlei genähtem (unten).


ein weiterer gastbeitrag von dorthe niemann beschäfigt sich mit dem patchworknähen auf papier .



weitere kapitel des buches sind noch papierschöpfen, gewebtes und patchwork. damit werde ich mich sicher in den nächsten wochen noch beschäftigen.



mein fazit des buches: absolut empfehlenswert für papier- als auch stoffliebhaberinnen! für einige projekte benötigt man allerdings eine nähmaschine, die leider nicht jede zur verfügung hat. ansonsten braucht man nicht allzuviele werkzeuge. bei vielem kann man einfach improvisieren und selbst ideen einbringen. auf jeden fall ist es ein buch, das man nur ungern wieder zur seite legt. die wunderschöne bebilderung setzt sich sich nach den "bunten büchern" auch hier fort, die übersichtlichkeit und beschreibung der einzelnen projekte sind vorbildlich und das meiste ist wirklich für jeden nachzuarbeiten. 

als kleines dankeschön, dass ihr so lange hier mit gelesen habt (und auch weil mein blog jetzt ziemlich genau 10 jahre alt ist!!) verlose ich eins meiner handgemachten bücher und zwei postkarten mit tags:



wenn ihr gewinnen wollt, hinterlasst mir hier einfach einen kommentar bis zum sonntag, 27.10.2019, 20 uhr. die gewinner*innen gebe ich am montag darauf hier und auf instagram bekannt.

dem haupt verlag danke ich für das rezensionsexemplar - bezahlt wurde mir dieser beitrag nicht und er enthält meine eigene meinung zum buch.
trotzdem kennzeichne ich ihn gerne als "werbung", denn den kauf des buches kann ich uneingeschränkt empfehlen!

und weil in meinen stoffdrucken so viele schöne schnörkel zu sehen sind, verlinke ich sie noch zu michaelas mustermittwoch im oktober!

und die buchempfehlung geht noch zu den bücherschätzen der zitronenfalterin!

  

Montag, 30. April 2018

kartenwerkstatt


schon lange gestalte ich gerne postkarten, die ich des öfteren an (blog-)freundInnen verschicke. 

hier einige beispiele aus dem letzten jahr


für die frühlingsboten-postaktion vom postkunstwerk und dem haupt-verlag habe ich mir das buch von sarah hamilton "kartenwerkstatt" als inspiration genommen. 



inhaltlich hat es sehr viel zu bieten. von der geschichte der grußkarte über werkzeuge und materialien bis hin zu vermarktung von eigenen karten findet man wertvolle hinweise. 
der haupteil des buches ist aber den projekten einzelner künstlerinnen gewidmet. dort werden siebdruckverfahren, scherenschnitt, mixed-media- art, fadengrafik sowie digitale illustration u.a. möglichkeiten von bekannten (britischen) postkartenmacherinnen vorgestellt. sehr gut finde ich, dass im anhang alle künstlerinnen noch einmal mit ihrer website oder ihrem instagram-account aufgeführt sind. so kann man sich noch weiter mit seiner lieblingstechnik beschäftigen.


gut gefallen hat mir auch der einleitungsteil, wo sarah hamilton u.a. auf inspirationsquellen eingeht. das kam mir natürlich besonders entgegen, denn auf entdeckungsreisen zu gehen, ist schon immer eine meiner leidenschaften.



sehr beeindruckend fand ich sam marshalls seiten über den linoldruck, denn sie gestaltet sehr eindrucksvolle karten mit tiermotiven. sicher eine gute anregung für alle, die gern mit dem schnitzmesser umgehen.




ich hab mir zur anregung hauptsächlich lynn giuntas decoupage und gabriela szulmans collagentechnik angeschaut, da ich eh immer gern mit papierschnipseln und ausschnitten arbeite. aber ich habe lust, mir mit mehr zeit auch noch andere techniken aneignen.


skizzenbuch von gabriela szuman


für meine eigenen karten habe ich mir verschiedene papiere und bücher zusammengesucht. da ich nicht nach genauen anleitungen arbeite, wie im buch vorgegeben, war ich ganz frei in meiner auswahl der materialien. für diejenigen, die noch nie (oder selten) postkarten gestaltet haben, sind aber die sehr detaillierten anleitungen sicher hilfreich. auf jeden fall sollte man aber seinen  eigenen stil mit einbringen und sich nicht mit purem nachahmen begnügen.



eigene gellidrucke, plakatabrisse, zeitungsschnipsel




alte bücher sind immer eine gute wahl! ich finde sie meist in deutschen oder dänischen sozialläden oder auf dem flohmarkt.




für collagen nehme ich immer gerne auch verschiedengroße ausgestanzte kreise von eigenen malereien. 



diesmal habe ich mir buchausschnitte aus obigem dänischen buch von 1968 (50 jahre alt!) und rosafarbene gellidrucke ausgewählt. ich mag gerade gelb mit rosa sehr gerne. nach verschiedenen versuchen und legeproben gefielen mir dann die besteckteile am besten.



hier das ergebnis  - die karten sind inzwischen schon im briefkasten gelandet! 

zwei weitere aus dieser serie gibt es dann nächsten montag bei frau nahtlusts maien-papierliebe mit dem thema "rosa" zu sehen.



weil mir der dirigent herbert blomstedt aus dem dänischen jahrbuch von 1968 so gut gefiel (ich hatte ihn im januar mit dem ndr-symphonieorchester in der elbphilharmonie gesehen - er ist heute 90 jahre alt!), wollte ich gern noch eine collage mit seinem foto machen.



et voila, hier ist sie - ganz rosafrei! wer sie bekommen wird, weiß ich auch schon!

wenn ihr auch lust habt selbst noch kreativ zu werden: bis morgen abend (1. mai, 23.59 uhr) könnt ihr euch noch an der postkartenaktion beteiligen und tolle bücher gewinnen! alle infos dazu findet ihr hier! meinen beitrag dazu habe ich auch dort verlinkt.

das buch "kartenwerkstatt" von sarah hamilton wurde mir freundlicherweise vom haupt-verlag als rezensionsexemplar zur verfügung gestellt. geld habe ich für diese rezension nicht bekommen, sondern nur meine eigene meinung dazu geteilt. 


Mittwoch, 21. März 2018

art in a box - buchbesprechung


als ich ende letzten jahres beim haupt-verlag die vorschau des buches "art in a box - fundstücke und sammlungen in kästchen inszenieren" von marlis maehrle entdeckte, war ich als langjährige "kunstschachtel"-macherin natürlich sehr neugierig auf diesen band. letzte woche bekam ich dann freundlicherweise vom verlag ein rezensionsexemplar zugeschickt.



im vorwort beschreibt die autorin die faszination der kunst in kleinen "behausungen" und wie sie dazu gekommen ist, sich mit dem thema zu befassen. der amerikanische künstler joseph cornell, der seit den 1930er jahren assemblagen in kisten und kästen erschuf, spielte dabei eine wichtige rolle. das kann ich nur allzugut nachvollziehen, denn seit ich vor langem die erste abbildung einer schachtel von cornell sah, war ich fasziniert von seinen arbeiten.


nach einigen tipps zum thema werkzeug und material beschäftigt sich der hauptteil des buches mit "anleitungen und anregungen" und stellt verschiedene arten von kästchen, schachteln, dosen und kisten vor, die man benutzen kann, um sich eigene miniaturwelten zu erschaffen.




da marlis maehrles schwerpunkt die papierkunst ist (sie hat im haupt-verlag bereits zwei bücher zum thema "gestalten mit papier" veröffentlicht), gibt es sehr vielfältige und exakte anleitungen, wie man schachteln selbst konstruieren und wie man mit papier unterteilungen, einsteckleisten, regalfächer u.a. falten, falzen und bauen kann. material- und werkzeuge sind immer genau aufgeführt, so dass man gleich eine einkaufsliste parat hat.




der letzte teil des buches zeigt "zur weiterführenden inspiration" viele, sehr schöne beispiele von schachtelkunst, die marlis maehrle in ihrem persönlichen netzwerk gefunden hat. mich haben besonders die arbeiten von setsuko fukushima ("alternative botanik") beeindruckt - eine echte entdeckung mit einer sehr geheimnisvollen website! schade fand ich, dass die meisten der dort aufgeführten künstlerInnen leider aber weder homepage noch blog haben, wo man sich weiter über ihre arbeiten informieren könnte.




mein fazit: ein buch für alle, die kunst in schachteln lieben, die lust haben, mit papier zu arbeiten und selbst einmal versuchen möchten, sich eigene kleine welten in kästen und schachteln zu erschaffen. beim inhaltlichen gestalten sollte man - wie es auch marlis maehrle es im vorwort erwähnt - allerdings der eigenen fantasie, ideenwelt und erfahrung vertrauen und sich nicht mit nachmachen begnügen. dabei hilft es achtsam durch die welt zu gehen und sich besonders den kleinen dingen am wegesrand zu widmen. 


 
wem es gelingt, schönheit und faszination in einem zerrupften kiefernzapfen aus dem wald zu entdecken oder in einem rostigen kronkorken, der plattgedrückt auf der straße liegt, der ist auf einem guten weg!



hierzu passt auch ein zitat des dichters octavio paz, das marlis maehrle am ende ihrer einführung verwendet und das mir besonders gut gefallen hat. paz beschrieb die poetischen kästen seiner frau marie josé paz so: "marie josés gebilde und kästen sind dreidimensionale objekte, kraft ihrer fantasie und sensibilität verwandelt in visuelle ideen, gedankliche rätsel , die mal bizarre, beunruhigende bilder transportieren, mal ironische betrachtungen. es sind weniger objekte zum anschauen als flügel zum reisen, segel zum schweifen und abschweifen, spiegel zum durchschreiten". (textquelle und mehr infos zu den beiden: HIER!)


zum schluss noch (neben joseph cornell) meine persönlichen favoriten der "kunst in schachteln": die finnische papier- und schachtelkünstlerin kaija rantakari (paperiaarre), mari emily bohley (sie wird auch im buch erwähnt) und die zarten, poetischen collagen und kästchen von ina stachat (papiertänzerin). bei mir könnt ihr natürlich auch gern stöbern! alle meine kunstschachteln, kunstkisten und wunderkammern findet ihr auf meinem pinterest boards unter "my work".
 
kleines potpourri meiner schachteln 2012 - 2018



das buch "art in a box" ist 2018 im haupt-verlag erschienen, hat 175 seiten mit vielen abbildungen und kostet 39,90 €. es ist sicher bei eurer örtlichen buchhandlung zu bekommen. HIER gibt es noch einen kleinen einblick ins buch.  
unbezahlte, unbeauftragte werbung!

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