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Donnerstag, 25. Juni 2026

oase und refugium - der braunschweiger dom- und st.magnifriedhof

endlich habe ich es einmal geschafft, den schönsten braunschweiger friedhof zu besuchen. es ist der dom-, und st.magnifriedhof, der sich in der nähe des braunschweiger hauptbahnhofes, direkt neben der stadthalle befindet. ich hatte das perfekte wetter für meinen spaziergang am 10. juni, 22 grad und sonnenschein.

 


 

 



auf den friedhöfen sind viele braunschweiger persönlichkeiten bestattet. oben die bestattungsstelle des hofbaurates carl theodor ottmer, von dem in braunschweig heute noch viele bauten zeugen. 

 


 
zwischen wunderbaren alten bäumen, hecken und wiesen finden sich überall alte grabmale.
 
 
 

peter joseph krahe war der vorgänger von ottmer als als oberbaurath und entwarf u.a. die klassizistische villa salve hospes, die heute den kunstverein bs beherbergt. wer sich dafür interessiert kann sich auf dem  krahe-rundweg über  den wallring über seine bauwerke informieren.

 

im hinteren teil des magnifriedhofs wurden große flächen nicht gemäht und bilden mit den alten grabsteinen eine harmonische einheit. sie sind auch ein refugium für viele vögel, kleintiere und insekten fast mitten in der innenstadt.

 
 

im hintergrund die großbaustelle der stadthalle

 



 

ich war bestimmt zwei stunden auf dem friedhof unterwegs und habe fast 100 fotos gemacht. von der ruhe und idylle war ich begeistert und auch von zum teil schönen und interessanten schriftzügen und stilelementen auf den vielen grabmalen. 

 






auch das grabmal von gotthold ephraim lessing (1729 - 1781) befindet sich auf dem magnifriedhof. es war lange zeit verschollen und wurde erst 1833 wiederentdeckt. heute wird es von der gesellschaft der staatstheaterfreunde gepflegt. lessing war von 1770 bis 1781 bibliothekar an der herzoglichen bibliothek in wolfenbüttel, hielt sich aber oft in braunschweig auf, wo er auch verstarb.

 


 

überall entdeckte ich besondere grabmäler. jedes einzelne lud zum genauen hinschauen ein.

 

 


der pädagoge und aufklärer johann joachim eschenburg wirkte in braunschweig als professor.

hier findet ihr eine auflistung deutscher und braunschweiger persönlichkeiten, die auf dem dom- und st.magnifriedhof begraben liegen, u.a. auch die grabmale der verlegerfamilien westermann, campe und vieweg. bedeutende frauen findet man dort allerdings nicht. alleinig marie huch, eine schriftstellerin (nicht zu verwechseln mit ricarda huch, mit der sie durch ihre hochzeit verwandt war) und tochter des schriftstellers gerstäckers und seiner frau, der hofschauspielerin anna aurora sauer wird dort als einzige frau erwähnt.

 

 

im rahmen meiner recherche habe ich festgestellt, dass es in braunschweig noch zahlreiche weitere alte friedhöfe gibt. den ein oder anderen werde ich bestimmt noch aufsuchen und auf dem dom- und st.magnifriedhofes werde ich sicher noch öfter herumspazieren. besonders im frühling soll er von blausternchen übersät sein.

 

 

verlinkt bei heikes monatsspaziergängen, wo ihr noch viele  andere ausflüge findet. außerdem finden meine naturbeobachtungen noch bei nicoles plausch am gartenaun ihren platz.

 

Donnerstag, 28. Januar 2021

kleinstadtmitbringsel

hornburg ist eine kleine stadt mit vielen fachwerkhäusern im vorharzgebiet und ich gehe dort immer wieder gern auf fotosafari. besonders gern mag ich individuell gestaltete fenster und die schön gestrichenen fachwerkbalken. aber schaut selbst:




als skandinavienfan gefallen mir die blaugrau gestrichenen fenster und türen natürlich besonders gut.

 

 


 


im mittelalter war hornburg ein bedeutender anbauort für hopfen. davon zeugen auch heute noch viele bedeutende fachwerkhäuser.

 



 

 


hornburg liegt am kleinen fluss ilse, der im harz entspringt, mit wilden wasserfällen das enge ilsetal durchquert und sich bei hornburg in die kanal- und die mühlenilse aufteilt. die obige hagenmühle entstand in ihren grundfesten schon im 16. jahrhundert.  in hornburg säumen alte gärten das ufer des flüsschens.

 


die burg hornburg, die der stadt ihren namen gab, erhebt sich über den ort. sie ist heute in privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.

 



in der nähe der burg gibt es ein kleines café und einen skulpturengarten des künstlers joachim wendler - zur zeit natürlich leider nicht geöffnet.


der alte jüdische friedhof mit seinen ca 60 gräbern befindet sich auf dem hagenberg. bestattungen fanden dort zwischen 1672 und 1923 statt. zeitweise nutzten auch wolfenbütteler juden diesen friedhof.

anmerkung: bis in die 1880er jahre gab es in hornburg auch eine größere jüdische gemeinde mit einer synagoge, die später zusehends verfiel. heute befindet sich die gesamte ausstattung - dank einer beispiellosen rettungsaktion mitte der 1920er jahre -  im chor des ehemaligen paulinerklosters neben der ägidienkirche in braunschweig. In Norddeutschland ist sie die einzig heute noch erhaltene Synagogenausstattung aus dem 18. Jahrhundert. mehr infos dazu findet ihr  HIER und HIER.

 



vom jüdischen friedhof aus  kann man einen kleinen pfad in den ort vorbei an alten gärten nehmen. ein teil davon ist inzwischen bebaut oder wird nicht mehr bewirtschaftet. von dort aus hat man einen schönen blick auf die stadt mit der marienkirche und die burg.

 


verlinkungen:

naturdonnerstag

friday bliss

winterglück


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