seit ich vor etwa zwei jahren einmal in einer zeitschrift einen artikel über die sogenannten süntelbuchen gelesen hatte, wollte ich sie einmal in natura sehen. jetzt endlich hat es geklappt!
"Noch vor wenigen Jahrhunderten gab es im Süntel, im Weserbergland
in Niedersachsen, einen großen Bestand einer seltsam anmutenden Form
der Rotbuche:
DIE SÜNTELBUCHEN
Drehwuchs, Krüppelwuchs, Schlaufenbildung und die sogenannten Hexenbesen gaben den Süntelbuchen nicht nur ihr ungewöhnliches, für viele Menschen auch unheimliches Erscheinungsbild. Sie brachten ihnen auch die entsprechenden Namen ein:
Krüppelbuche, Hexen- oder Teufelsholz, Schlangenbuche und noch viele andere. Wie die Namen schon zeigen, waren die Menschen damals wenig begeistert von der Schönheit oder der Skurrilität dieser Bäume. Selbst wenn sie die "Süntelbeuken", wie sie auf Plattdeutsch genannt wurden, nicht unheimlich und bedrohlich fanden, waren die Waldbesitzer keine Freunde des "Deuwelholts". Es ließ sich wegen des Zick-Zack-Wuchses nicht verwerten. Nicht einmal als Brennholz konnte es in Meterstücken gestapelt werden. Die Süntelbuche wächst so gut wie nie einen ganzen Meter gerade in eine Richtung!" (quelle: suentelbuchen.de).
DIE SÜNTELBUCHEN
Drehwuchs, Krüppelwuchs, Schlaufenbildung und die sogenannten Hexenbesen gaben den Süntelbuchen nicht nur ihr ungewöhnliches, für viele Menschen auch unheimliches Erscheinungsbild. Sie brachten ihnen auch die entsprechenden Namen ein:
Krüppelbuche, Hexen- oder Teufelsholz, Schlangenbuche und noch viele andere. Wie die Namen schon zeigen, waren die Menschen damals wenig begeistert von der Schönheit oder der Skurrilität dieser Bäume. Selbst wenn sie die "Süntelbeuken", wie sie auf Plattdeutsch genannt wurden, nicht unheimlich und bedrohlich fanden, waren die Waldbesitzer keine Freunde des "Deuwelholts". Es ließ sich wegen des Zick-Zack-Wuchses nicht verwerten. Nicht einmal als Brennholz konnte es in Meterstücken gestapelt werden. Die Süntelbuche wächst so gut wie nie einen ganzen Meter gerade in eine Richtung!" (quelle: suentelbuchen.de).
weil diese bäume - sie sind seltene mutationen der rotbuche - durch ihren wuchs für die waldwirtschaft nicht zu gebrauchen waren, schlug 1843 ihre (fast) letzte stunde. der süntelbuchenwald wurde abgeholzt und verbrannt und nur wenige exemplare überlebten in gärten und parks. "Am Ende des Jahres 1843 gab es statt über Tausend nur noch einige
Handvoll Süntelbuchen in der Deister-Süntel-Gegend westlich von
Hannover." (quelle)
heute zeige ich euch fotos der süntelbuchenallee im kurpark in bad nenndorf, die am anfang des 20. jahrhunderts vom gartenbaumeister carl thon gepflanzt wurde. heute sind dort noch ca 100 süntelbuchen zu finden und es ist ein wirkliches erlebnis, sie zu besuchen. der skurrile zickzackwuchs in alle richtungen ist beeindruckend und man kann verstehen, warum die menschen sie früher als teufelszeug verdammt haben. man fühlt sich wie in einer fremden welt und ich hab immer den gedanken an den wald fangorn im "herrn der ringe" dabei gehabt. es hätte mich nicht gewundert, wenn plötzlich baumbart zu mir gesprochen hätte... gern würde ich nochmal den weg in der dämmerung gehen!
carl thon hatte sie aus den bucheckern einer besonders alten und schönen buche selbst gezogen. diese tillybuche ist heute leider nicht mehr vorhanden, aber erfreulicherweise gibt es inzwischen viele baumfreunde, die sich der süntelbuchen angenommen haben. so gibt es u.a. in der gemarkung bad münder ein arboretum , wo schon viele süntelbuchen aufgewachsen sind und weiter von einem freundeskreis betreut werden.
auch zwischen den alten süntelbuchen im bad nenndorfer kurpark werden neue stämmchen angepflanzt. man weiß aber erst nach 5 bis 10 jahren, ob aus ihnen wirklich süntelbuchen werden oder ob sie nicht doch einfache rotbuchen bleiben.
"Krüppelbuche, Schlangenbuche, Sachsenbuche, Parapluie-Buche,
Schirmbuche, Wurzelbuche, Krause Buche, Struppbuche, Stud-Buche,
Renkbuche, Kanzelbuche, Kopfbuche, Zick-Zack-Buche, Zwergbuche,
Krausbaum, Knusperbäumchen, Tolle Buche, Teufelsbuche, Hexenbuche,
Teufelsholz, Hexenholz..." - so wird die süntelbuche (lat: Fagus sylvatica) auch im volksmund genannt. in skandinavien ist sie auch bekannt und wird dort oft als trollbuche bezeichnet. (quelle)
in diesem jahr werden auch im park des stifts fischbek bei hameln, über das ich hier schon einmal berichtet habe, einige süntelbuchen gepflanzt.
wer gelegentlich die A2 von hannover nach dortmund fährt, sollte unbedingt in bad nenndorf eine pause einlegen und einen spaziergang zu den süntelbuchen machen. der ort liegt direkt an der autobahn und die süntelbuchenallee im kurpark ist gut ausgeschildert.
nächsten sonntag werde ich euch über weitere süntelbuchen berichten. prächtige einzelexemplare, skurrile wuchsformen und gleich zwei münchhausen schlösser haben wir noch auf unserer tour entdeckt.
verlinkt bei ghislanas "mein freund der baum"



