Sonntag, 19. Juli 2026

monatsspaziergang: industriepfad ilseder hütte

anfang juli habe ich mich bei schönem sommerwetter auf den weg nach ilsede gemacht, um den dortigen industriepfad zu erkunden. der ort liegt ca 25 km westlich von braunschweig und gehört zum landkreis peine. die ilseder hütte, ein hochofenwerk, wurde 1858 gegründet und diente der verhüttung der eisenerzes, das in der umgebung abgebaut wurde. 1870 kam noch eine eigene kokerei hinzu. der gesamte komplex umfasste ca 40 ha. 

 


"Mit Ausnahme des Jahres 1945 produzierte die Ilseder Hütte bei ständiger Erweiterung der Werksanlagen kontinuierlich Roheisen. 1970 erfolgte in einer Zeit der Strukturkrise in der Stahlindustrie die Fusion mit der Salzgitter Hüttenwerk AG zur Stahlwerke Peine-Salzgitter AG. Obwohl in den Erzlagerstätten des Ilseder Raums noch genügend Erz vorhanden war, konnte dem Druck der billigeren und höherwertigen Importerze nicht standgehalten werden. Am 30. Juni 1976 wurde in Bülten (Schacht Emilie) und am 31. Dezember 1977 in Lengede die Produktion eingestellt. Die endgültige Schließung der Gruben erfolgte für Bülten im Juni 1979 und für Lengede ein halbes Jahr später. ....Im November 1982 und April 1983 folgte die Stilllegung der zwei noch produzierenden Hochöfen in Groß Ilsede. Am 28. August 1995 mit Einstellung des Kraftwerks- und Kokereibetriebes wurde der Produktionsstandort endgültig aufgegeben." quelle

 

in den jahren danach "erfolgte eine Sanierung des Geländes... Einige Relikte der Industriekultur, wie der weithin sichtbare Kugelwasserturm, der Holzkühlturm, die Gebläsehalle und die Umformerstation sind erhalten geblieben und zeugen von einer ereignisreichen Vergangenheit."

 

 

"Der Förderverein Haus der Geschichte – Ilseder Hütte e.V. hat über das gesamte Gelände einen Industriepfad mit 20 Stationen angelegt, es werden Gebäude, Betriebsstätten, Betriebssituationen und Exponate erklärt. In der ehemaligen Umformerstation direkt am Kugelwasserturm zeigt eine Industrieausstellung die Geschichte der Ilseder Hütte." quelle . diese hatte leider geschlossen, als ich dort war. 

 

 

HIER findet ihr den übersichtsplan und infos über die einzelnen stationen,  die ich  abgelaufen bin. die fotos entsprechen allerdings nicht der reihenfolge des rundgangs.





besonders gut hat mir an den wegen durch den industriepark auch gefallen, dass überall weite flächen mit wilden pflanzen in großer vielfalt zu finden waren. dort tummelten sich viele schmetterlinge, wildbienen, hummeln, käfer und andere insekten.

 



einen besonders attraktiven anblick bietet der kugelwasserturm, der von vielen stationen des rundwegs aus zu sehen ist.
 





das größte noch erhaltene gebäude, die gebläsehalle, die den hochofenwind erzeugte, wurde 1909 mit späteren erweiterungen gebaut. "Wegen ihrer imposanten Architektur und Fassadengliederung wird die Gebläsehalle auch „Kathedrale der Industrie“ genannt". (quelle) leider blieb sie mir verschlossen. heute finden dort großveranstaltungen und events statt.

 


Die Kühltürme hatten die Aufgabe, das Kühlwasser aus den verschiedenen Wasserkreisläufen des Werkes nach der Erwärmung wieder „rück zu kühlen“. Kühltürme schaffen je nach Wetterlage eine Kühlleistung von bis zu 10 °C Differenz im Wasser. Auf dem Hochofenwerk waren 12 Kühltürme in Betrieb.

 


 

zum abschluss meines rundgangs noch bilder der nicht renovierten gebäude neben der gebläsehalle, die durch ihre industriefenster einen besonderen charme ausstrahlen.

auf dem gelände befindet sich auch noch ein arboretum, das aber fast völlig zugewachsen ist. einige der bäume zeige ich demnächst nochmal in einem anderen post. 

 

verlinkt bei heikes monatsspaziergängen und weil einiges an beige dabei ist auch bei niwibos monatlicher farbensuche und mit nicoles sommerlichen gartenplausch.

meine sommerpause geht noch ein bisschen weiter... spätestens am 12. august seht ihr dann einen  neuen beitrag.

danke fürs vorbeischauen! 

2 Kommentare:

Astridka hat gesagt…

Welche Mischung! Industriearchitektur und Natur in Form wilder Blumenraine! Gefällt mir sehr, dein Ausflug! Den Namen des Ortes kannte ich nicht, nur Lengede ist mir ein Begriff, haben wir doch damals sogar in der Schule am Fernseher die Rettung der Bergleute damals verfolgt, was mich sehr beeindruckt hat. Salzgitter ist dann auch wieder geläufig. Was hat sich alles in einem Menschenleben verändert!
Dir & R. Alles Gute!
Astrid

nina wippsteerts hat gesagt…

Ich mag diese Backstein Hallen ja sehr. Dazu die Weite, wo früher noch mehr Industriegebäude standen und nun so viele schöne Blumen. Gegensätze ziehen sich an.
Weiterhin eine schöne Pause von der digitalen Welt.
Liebe Grüße und natürlich einen guten Sonntag
Nina

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