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Mittwoch, 23. Oktober 2013

das gehirn der flussbarbe*

...hieß eine szenische lesung von und mit roland kremer und tilman thiemig  anlässlich des 200. geburtstages  von georg büchner in braunschweig. 
büchner, schriftsteller, naturforscher, philosoph und revolutionär, der mit nur 23 jahren gestorben ist, hat trotz seines jungen alters ein unglaubliches erbe an literatur (u.a. woyzek und dantons tod), wissenschaftlichen veröffentlichungen  und gesellschaftskritischen schriften hinterlassen. heute würde man ihn wohl als "allroundgenie" bezeichnen.
texte daraus, aber auch aus persönlichen briefen, trugen roland kremer und tilman thiemig, unterstützt von assistentInnen und einem chor, in einem alten krankenhausbunker vor: eine leicht schaurige, aber äußerst skurrile, lebendige und faszinierende vorstellung!

 roland kremer, tilman thiemig, bettina von essen







eine besondere faszination hat der spielort auf mich ausgeübt: ein alter krankenhausbunker, der heute noch  abstellräume des krankhauses beherbergt. da büchner auch mediziner war und in diversen kliniken geforscht hat, passte dieser ort hervorragend zu dieser lesung. büchners dissertation behandelte im übrigen die erforschung des *nervensystems der flussbarbe.


















besonders gefallen haben mir die alten wandaufschriften - und da heute "mustermittwoch" ist, wurde der notausgang ein wenig von  mir bearbeitet:


noch habe ich keine idee, wozu man es verwenden kann, aber ich bin sicher, dass die diversen notausgänge irgendwann in einer kiste oder schachtel landen werden!

mehr muster findet ihr wie immer am mittwoch bei müllerin art.

16 Kommentare:

  1. Wie beeindruckend!!!
    Ich liebe solche Inszenierungen sehr. Schaurig, nah, ergreifend die alten Mauern, sinnierend, der Atmen der vergangenen Zeit, die Worte, Akustik, Wärme/Kälte,...
    Vielen Dank für Deinen Bericht!
    Liebe Grüße . Minza

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  2. Wahnsinn! so toll! Da wäre ich so gerne dabei gewesen. Ich liebe diese alte, versteckte, Orte. Was diese Wände alles erzählen könnten. Mit Literatur und Kunst zu füllen eine fantastische Idee. Lg, éva

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  3. Ach der liebe Roland :-) Wo war das denn genau? Das sieht ja wirklich gruselig schaurig schön aus und die Aufschriften hätten mich auch sehr fasziniert. Das Treppenbild ist aber auch großartig!!! Oja, das mag ich sehr!
    Ganz ganz liebe Grüße von Meike

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  4. Total faszinierend, der Ort, die Menschen, deine Fotos von den Schriften... auch wenn wir die Worte, die gesprochen wurden hier nicht hören können, kommt die Stimmung sehr gut rüber, mit ein bischen Gänsehaut. Beim Wort "Abort" denke ich doch, dass es gut ist, dass die Sprache sich weiterentwickelt. Und gut, dass du in deinen Mustern genug Notausgänge aus den beklemmendenen Gängen gezaubert hast. Ach, und ein Musterbuch könnte man sich ja zum Geburtstag wünschen?????
    Grüße von Michaela

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  5. Wie schön, dass du Büchner diesen toll geschriebenen und fotografierten Beitrag widmest, ich habe die letzten Tage mehrmals im Radio etwas zu ihm gehört, so ein junger genialer Mensch..., habe mich an die Alban-Berg-Oper "Wozzeck" erinnert, die ich als junges Mädchen an der Berliner Lindenoper gesehen hatte, sehr gruselig und beklemmend damals für mich. Besondere und mit der Handlung irgendwie verwobene Aufführungsorte bringen noch einmal eine ganz andere Intensität von Atmosphäre. Auch weil man aus seiner Komfortzone (die Sicherheit im Theaterstuhlsessel...) raus muss. Begeisterte Grüße Ghislana

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  6. Ein komischer Ort. Nun weiß ich nicht wie er sich "anfühlte" als er mit Leben gefüllt war. Die Bilder allein rufen Beklemmungen in mir hervor. Und außerdem merke ich: ich bin nicht wirklich belesen.

    Herzliebst,
    Steph

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  7. Ein interessanter Ort für eine Lesung !
    Notausgänge vermustert finde ich super, auch deine Kunstkiste Nr.41 ist toll geworden, ich mag die Strukturen und die Farbe....Klasse!
    ♥Kerstin

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  8. ...da sind einige Bilder dabei, liebe Mano, die ich auch zu meinem heutigen Thema "unheimlich" nehmen würde...diese leeren fensterlosen Flure...für die Lesung allerdings gelungen, das wirkt sehr lebendig und mitreißend...

    lieber Gruß Birgitt

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  9. Ein interessanter Bericht von einer außergewöhnlichen (wirklich leicht schaurigen) Location ! Die Fotos des Ortes haben mich an meinen Besuch der Sammlung Boros in Berlin im alten Reichsbahnbunker erinnert. Warst du dort schon einmal ? LG mano

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  10. Das sieht nach einer spannenden Ausfführung aus.
    Vor Jahren habe ich mal ein Firmenjubiläum mitorganisiert, das in den Erlanger Felsengängen stattgefunden hat, auch mit szenischen Lesungen. Beim Aufbau war ich teilweise alleine in diesen finsteren Gängen und Hallen und ich gebe zu, mir war schon reichlich gruselig. Aber die Atmosphäre solcher alter, unterirdischer Gebäude ist einfach perfekt für Kunst und Literatur.

    Herzlich, Katja

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  11. da hast du dich ja wahrhaftig in die abgründe von menschlichkeit begeben, liebste mano. auch wenn solcherlei mit (ab)örtlichkeiten einen besonderen reiz anziehen (warum eigentlich?), scheints unser glück zu sein in der realität weder in dieses krankenhaus noch als "vorschungsobjekt"in büchners stücke geraten zu sein;)
    liebst birgit

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  12. das trifft genau meinen gehirnnerv. oder vielleicht doch eher meinen herznerv. ja warum eigentlich? vielleicht weil hier kunst & literatur aus dem rahmen bzw. buchdeckel fällt? da wär ich liebend gerne mit dabei gewesen und hätte mich erschauern und beglücken lassen. schöner inspirierender fotobericht.

    herzgruß
    tatjana

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  13. Thanks Mano for this post. I've not heard of Georg Buchner before. These photos capture the eerie and bizarre imagination you mention. The signs are a bit creepy too!
    They also remind me of a series I watched (sometimes with my hands hiding my eyes) this week. It's set in a mental asylum in the 60s and includes some eerie, evil caretakers and doctors.
    Thankfully it didn't disturb my dreams at night. Have a great week.

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  14. wow, das klingt richtig gut. eine große büchner-freundin bin ich. deswegen klingts gleich nochmal besser wahrscheinlich.

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  15. wie sehr mir das abgeht dann und wann mal ins theater oder zu einer lesung... na, aber das wird wieder kommen. gern wäre ich bei dieser lesung dabei gewesen. büchnerliebhaberin, einst lena sein dürfende...
    und wie genial du dich inspirieren hast lassen und gleich umgesetzt hast - notausgangmuster - was da gleich zu rattern beginnt im kopf - ich freu mich auf die kiste dann irgendwanneinmal!
    lieben gruß
    dania

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  16. schaurig schön, liebe Mano. Ich wäre zu gern dabei gewesen... Herzlich, Marja

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