Mittwoch, 1. November 2017

eye poetry #09, yeats


andrea holunder hat wieder zur eye poetry eingeladen, diesmal mit einem gedicht des irischen schriftstellers william butler yeats.
 
Hätt ich des Himmels reichbestickte Tücher,
bestickt aus Golden- und aus Silberlicht,
die dunklen, die blauen und die hellen Tücher,
aus Nacht, aus Tag und aus der Dämmerung,
legt ich die Tücher dir zu Füßen.
Doch ich bin arm und habe nichts als Träume,
so leg ich meine Träume dir zu Füßen.
Tritt leise, denn du trittst auf meine Träume.






mein erster gedanke galt meinen glitzernden, seidigen stoffresten und garnen, die mir angemessen zum "golden- und silberlicht" erschienen.



zur inspiration hatte ich sie mir zusammen mit blauen, selbstgefärbten und anderen stoffen und bändern und einigen glitzerteilen auf meinen arbeitstisch gelegt.



weil mir dieses durcheinander gut gefiel, habe ich einige teile davon auf eine leinwand (20 x 30 cm) als stoffcollage geklebt. 

als ich es mir fertig anschaute, fand ich es überhaupt nicht mehr passend zum für mich eher sanften, ruhigen text. die kontraste waren mir zu stark und es erschien mir zu wild,  zu durcheinander, zu laut. 



ich habe dann helles seidenpapier darübergeklebt, an einigen stellen wieder abgerissen und es dann noch mit ausgeschnittenen papierkreisen und glitzersteinen ergänzt.



et voila, da ist das fertige stück!  das gedicht habe ich noch mit einem sehr feinen stift auf die freie weiße fläche geschrieben.



mein gold und silber ist nur aus papier und nicht echt. die glitzernden perlen symbolisieren für mich die träume.  sie sind aus glas und wenn man auf sie tritt, zersplittern sie in tausend teile. man muss schon sehr, sehr sanft und vorsichtig damit umgehen.




meine collage verlinke ich bei andreas eye-poetry-sammlung im oktober. dort warten jetzt noch einige beiträge auf mich, die ich noch nicht angeschaut habe und auf die ich mich sehr freue.

meine bisherigen eye-poetry-beiträge findet ihr hier.


Kommentare:

frau nahtlust hat gesagt…

Ach, das ist einfach bezaubernd, liebe Mano. Richtig gut gelungen und Hut ab. Du hast richtig daran getan, das Seidenpapier noch drüberzulegen. So zeichnet sich das darunter ab, ohne zu offensichtlich zu sein. Toll und vor allem mutig, denn man weiß ja zunächst nie, ob es dadurch besser wird oder nicht. Ganz großartig!
LG. Susanne

8same hat gesagt…

Liebe Mano, es ist eine Freude, dich beim Arbeiten bzw. diesem Prozess zu beobachten, wie sich alles verändert, wie du es sanfter machst... sehr schön, gefällt mir. Liebe Grüße, Sabine

monique carnat hat gesagt…

ja das gedicht aus Irland hast du mit deinem bild genau eingefangen ! auch die ersten bilder mit faden und kostbare stoffe bringen uns "leise" auf die spur :) heute morgen habe ich irische plätzchen gebacken "Soul cakes" damit diese alte tradition erhalten bleibt.
lieber gruss

Astrid Ka hat gesagt…

Sehr schön geworden, vor allem mit dem Seidenpapier darüber. Das ist sowieso ein Zaubermittel, das ich gerne auch verwende, wenn es gedämpfter zugehen soll.
Einen schönen ersten Novembertag!
Astrid

froebelsternchen Susi hat gesagt…

Das ist umwerfend schön geworden Mano! Bin total begeistert! Die Seidenpapieridee ist genial gewesen!
wegen Deiner Frage:

was ist das denn für eine bindung? long stitch? der englische begiff sagt mir nämlich nichts. ich habe auch noch schöne alte bucheinbände und würde sie gerne mal nutzen.
liebe grüße
mano
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froebelsternchen SusiMittwoch, November 01, 2017

Ich glaub das nennt man Rückenstichheftung??? auf deutsch -
Ich habe zwei Signaturen in den originalen alten Buchdeckel
eingenäht - ja ich denke das heisst auch Longstitch.
ich mache es nach dieser einfachen Grafik.

jahreszeitenbriefe hat gesagt…

Liebe Mano, ich bin überwältigt. Wie gut das diesen Text illustriert, aufnimmt, vertieft. Die Idee mit dem Seidenpapier ist genial... Und die Farben - ganz meine. Bestens geeignet für diesen nieselfieseligen 1. November, an dem ich auf die Straße musste... Aber nun kann ich mich wieder in meiner wärmenden Höhle einkuscheln... Liebe Grüße Ghislana

Holunder hat gesagt…

Es ist so spannend, an diesem Beispiel Deine Arbeitsweise mitverfolgen zu können. Das Seidenpapier legt so einen gedämpften, zarten Zauberschleier darüber. Deine begleitenden Gedanken machen alles so klar und einsichtig. Die Glitzersteinchen sollten wirklich nicht unter die Füße kommen, ja die Träume sollte man nur schwebend berühren.
Mano, du hast mich wieder einmal total begeistert.
Danke für Deine Teilnahme!
Herzliche Grüße
Andrea

ULKAU hat gesagt…

Mit so viel Gefühl für die Stimmung im Gedicht hast du deine Stoff-Collage entwickelt! Genau passend ist die Besänftigung durch das Seidenpapier und wunderbar die Glassteinchen-Symbolik!
... und ich frag mich einmal wieder, wie du immer die Zeit für deine so vielen kreativen Projekte findest..
Liebe Grüße Ulrike

Sheepy hat gesagt…

Wieder sehr spannend, deine Kreativität und Gedanken zu verfolgen.
Lieben Inselgruß
Kerstin

evaimgarten hat gesagt…

So bezaubernd wie Deine Collage gedämpft und glitzernd leuchtet, so interessant ist, wie Du den Werdegang erzählst und zeigst, vielen Dank dafür. Eine träumerische Umsetzung, schwebend, leise klingelnd.....liebe Abendgrüße Eva

Textile Werke hat gesagt…

Faszinierend wie du die Stimmung einfängt und umsetzt. Eine wunderschöne Collage. LG Ute

lisa kötter hat gesagt…

Deine Besänftigung ist wunderbar gelungen. Wenn es bei Dir glitzert, ist es nicht kitschig sondern angemessen. Das ist schön!!
Lieben Lisagruß!

Müllerin Art hat gesagt…

Ach, ist das herrlich! Wunderschön deine Materialien, Kombinationen und die Aussage, die alles zusammen trifft. Das Seidenpapier wirkt Wunder. Ist das herrlich. Danke auch für deine lieben Worte bei mir. Die Zunge?... ich glaube, ich habs mir abgewöhnt, kann ich aber gar nicht mit Gewissheit sagen.
liebe Grüße
Michaela

Birgitt hat gesagt…

...so schön, liebe Mano,
deinem Weg und Gedanken zu folgen und zu dieser herrlichen Collage zu kommen...so passend,

liebe Grüße Birgitt

Andrea hat gesagt…

Ich finde es sehr schön, dass du dich weiter auf den Weg machst, wenn etwas nicht so ist, wie du es dir vorstellst, mutig weiterprobierst. Dein Endergebnis mit dem Seidenpapier ist superschön und passt total gut zu den ja auch nicht immer klaren Träumen!
Liebe Grüße Andrea

siebenVORsieben hat gesagt…

Was für ein bezauberndes Blummen-Beeren-Allerlei! Der Salbei wuchert bei mir auch ohne Ende und ich muss ich langsam mal wieder etwas Einhalt gebieten (hab' ja eh so einen kleinen Garten).
Liebe Grüße
Jutta

Anonym hat gesagt…

Liebe Mano, Deine Arbeit beeindruckt mich sehr. Es ist faszinierend, an der Umsetzung Deiner Idee teil zu haben. Schon allein der schöne Stoff, die glänzenden Garne, alles wirkt sehr kostbar - eben wie für ein Himmelskleid gemacht. Dann die Anordnung der "Zutaten" und der Kunstgriff mit dem Seidenpapier und den Glassteinen - das ist ganz große Klasse und sehr poetisch.
Lieben Gruß, Ursula

Rumpelkammer hat gesagt…

aaahh..
das ist wunderschön geworden
gefällt mir sehr gut
die Idee mit dem Seidenpapier ist klasse
liebe Grüße
Rosi

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