Sonntag, 8. Januar 2017

schloss erxleben - ein lost place mit hoffnungsschimmer


ein ausflug führte uns kürzlich nach erxleben, einem kleinen ort zwischen helmstedt und magdeburg, der direkt an der A2 richtung berlin liegt. erxleben wird auch heute noch von einem großen schlosskomplex dominiert, "der aus einer mittelalterlichen Burganlage an der alten Heerstraße zwischen Braunschweig und Magdeburg entstanden ist. Sie befand sich seit 1282 im Besitz der Familie von Alvensleben." (quelle)







auch trotz des verfalls lässt sich noch die schönheit des barocken schlosses erkennen

schlossansicht um 1865 (quelle)






der gesamte komplex ist sehr groß und es gibt viele anbauten und "neuere" gebäude, die im verlauf der geschichte dazugekommen sind. ich selbst bin kunsthistorisch nicht so bewandert, um zu sagen, welches die ältesten teile des schlosses sind. vielleicht gibt es dort irgendwann mal eine führung, in der man näheres erfährt.







der größte teil des riesigen innenbereichs ist heute völlig verfallen und wird wohl irgendwann der abrissbirne zum opfer fallen.





der innere bereich ist nicht zu betreten

damit man sich einmal vorstellen kann, wie groß der gesamte komplex einmal ausgesehen hat, hier zwei ansichten um 1785 und 1910. 
"Der Kunsthistoriker Udo von Alvensleben-Wittenmoor (1897–1962) hat in den Jahren 1935 und 1936 zusammen mit dem holländischen Maler Anco Wigboldus zwei Zeichnungen angefertigt, in denen der Zustand der Gesamtanlage in den Jahren 1785 und 1910 dargestellt wird" (quelle)

schlossansicht um 1785 von nordwesten (quelle)

schlossansicht um 1910 von südosten (quelle)

wer sich für die ziemlich verwirrende geschichte der von alvensleben auf schloss erxleben interessiert (es gab eine rote, eine schwarze und eine weiße linie...) findet hier und hier ausführliche informationen.

auch eine luftansicht aus dem jahre 1935 (quelle) verdeutlicht nochmal die größe der anlage. im vordergrund ist der sog. hausmannsturm zu sehen, der heute teil der schlosskirche ist.




seit 1998 gibt es  in erxleben einen förderkreis, der sich die erhaltung, bestandssicherung und nutzung der schlosskirche auf ihre fahnen geschrieben hat. es werden dort regelmäßig konzerte und andere veranstaltungen durchgeführt. 



"Das Schloss Erxleben II, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg die Oberschule untergebracht war, steht seit einigen Jahren leer und ist teilweise akut vom Einsturz bedroht. Die Gemeinde als Eigentümerin bemüht sich um den Erhalt mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz." (quelle)
und es gibt kleine hoffnungsschimmer! im sommer 2016 trafen sich erxleber bürger, um etwas gegen den weiteren verfall des schlosses, das unter denkmalschutz steht, zu tun. es wurde eine interessengemeinschaft gegründet und begonnen, teile der schlossräume zu entrümpeln und aufzuräumen. 
"Dieser kleinen Schar ist es zu danken, dass zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag erstmals nach 32 Jahren wieder die Öffentlichkeit Zutritt zum Schloss hatte"
 "Es macht uns Mut, so viele Gäste begrüßen zu können“, sagte Anja Kummer. Denn eigentlich hätten die Interessengruppe und ihre Helfer in den vergangenen Wochen nichts weiter gemacht, als im Dreck zu wühlen und aufzuräumen. Da könne man schon mal verzweifeln. Doch wenn dann dabei prächtige Holzfußböden und Kamine, filigrane Stuckarbeiten und sogar Tapeten aus dem 17. Jahrhundert wieder zum Vorschein kommen, drängen sich schnell wieder Ideen und Phantasien für eine Belebung mit Veranstaltungen, Seminaren und anderen Höhepunkten ins Gedächtnis." (quelle)

ich hoffe, dass wir dort einmal bei einer veranstaltung und beim nächsten "tag des offenen denkmals" im september 2017 dabei sein können!

Kommentare:

viel-krempel hat gesagt…

Da will man fast der Interessengruppe beitreten, nur um Stuck und Intarsien wiederzufinden...
Annette

monique carnat hat gesagt…

wunderschönes kann auch zerfallen * wie gut zu sehen dass mit herzenswillen vieilleicht doch etwas erhalten bleibt * zusammen kann man vieles * danke für diese schöne bilder de *ce lieu très attachant* !
lieber sonntags*gruss :)

beate grigutsch hat gesagt…

ein leicht verspätetes "HAPPY NEW YEAR!" zu dir liebe mano!!
das schloss hat so zauberhafte details! da fängt meine phantasie gleich an zu rattern.... der BW und ich habe immer 1000 ideen was man auf solchen immobilien alles veranstalten könnte - und das sind keine tagungen & hochzeiten! :-)
aber uns fragt ja keener...
schneeigen drücker! xxxxx

tm hat gesagt…

Ein Segen sind solche fleissigen Helfer. Mit dem Malerinnenauge betrachtet wird das Schloß durch den Verfall immer mehr einem Gemälde gleich. Die ersten Bilder sind so vielschichtig. An die Fassaden geschmiegte Zeit.Liebe Sonntagsgrüße!

zucker ruebchen hat gesagt…

Wenn solche alten Gebäude einfach verfallen macht mich das immer wehmütig, aber oft bleibt eben wenig anderes übrig. Gersade duch die Größe dieser Anlage würde es ja Unsummen kosten die Gebäude in Stand zu setzen. Wenigstens konnte man die Schlosskirche retten und vielleicht gelingt das auch noch bei anderen Gebäudeteilen.
LG Jennifer

Tabea Heinicker hat gesagt…

hui. die prunkbänke am eingang finde ich besonders toll. bänke vor dem haus finde ich eh eine gute sache. all der schmuck. ornament. weiß ja, ist heute nicht mehr im programm. aber ich finde, hin und wieder könnte man auch heute den fassaden gesichter geben. antzlitze. winkel, schleifen, unvernünfitgkeiten. möglichkeiten, lustige schatten zu werfen.

die tabea bedankt sich für den ausflug.
schönen sonntag dir!

Astrid Ka hat gesagt…

Welch beeindruckender Komplex! Mir unbekannt, das Adelshaus allerdings sagt mir was. Scheint aber keinen Bezug mehr zum Schloss zu haben, oder? Für eine Gemeinde ist das nicht zu stemmen.
Was eine Adelsfamilie - zugegebenermaßen, der Komplex ist kleiner - im Odenwald da als Lösung gefunden hat,
darüber habe ich hier
https://lemondedekitchi.blogspot.de/2016/10/meine-40-kalenderwoche-2016.html
kurz mal berichtet.
Einen schönen Sonntag!
Astrid

vonleidenberg hat gesagt…

Was für ein Bauwerk! Und wie weh mir das immer tut, wenn historische Bausubstanz verfällt. Gut, dass es bereits eine Interessengemeinschaft zum Erhalt gibt und ich hoffe, dass es nicht nur ein Strohfeuer ist und man auch dran bleibt. Bin gespannt, ob sie das Land mit ins Bott nehmen können.
Liebe Grüße von mir!
Solveig

Birgitt hat gesagt…

...bei einem Objekt dieser Größe ist es wohl besser, liebe Mano,
sich auf den Erhalt eines Teiles der Anlage zu konzentrieren, denn alles würde wohl jede Familie und jeden Förderverein überfordern...auch wenn es natürlich schade um die ehemals Pracht ist...

einen schönen Sonntag wünsche ich dir,
liebe Grüße Birgitt

jahreszeitenbriefe hat gesagt…

Da fährt man jahraus jahrein die A2 und ahnt nichts von solchem Anwesen... So riesig. Und du hast den Verfall in so poetischen Bildern eingefangen... Liebe Grüße Ghislana

Holunder hat gesagt…

Ein richtiges Dornröschenschloss, dem so sehr zu wünschen ist, wachgeküsst zu werden!
Liebe Grüße
Andrea

Himmel Blau hat gesagt…

Was für ein überaus spannender Ort! Toll! Da muss ich auch mal hin...Dir noch einen wunderbaren Restsonntag! Ich mache mich ein wenig rar...ich weiß...geht im Moment einfach nicht anders. LG Lotta.

ULKAU hat gesagt…

Das ist ja wirklich ein großes Anwesen, und so begeistert ich von dieser maroden Schönheit bin, so traurig finde ich es auch, wie Vieles einfach so verfällt. Das Eingangsportal mit den Steinbänke ist wunderschön, wie auch andere Ecken, die du auf deinen tollen Fotos zeigst.
Danke für diese Infos, liebe Mano, noch nie hatte ich von diesem Schloss gehört.
Liebe Sonntagsgrüße von Ulrike

evaimgarten hat gesagt…

Lost place - ach traurig sieht er aus und dennoch, es gibt Hoffnung! Danke fürs Mitnehmen auf diesen Rundgang, auch der Zerfall sieht traurigschön aus, man mag träumen, wie es mit Leben und restauriert wäre. Lieben Abendgruß und alles gute fürs neue Jahr, Ideen, Witz und noch viele Schachteln wünscht Eva

kaze hat gesagt…

Wow ein Riesenkomplex und noch im Dornröschchenschlaff des Verfalls. Morbide schön, aber es muß was üpassieren. Seltsamerweise scheinen Objekte so im Grezbereich wie übersprungen zu scheinen. Weiter im Landesinnern ist oft viel pssiert, aber immer auch nicht, denn für diese Größe braucht man einfach mehr als ein gutes Taschengeld. In Sachsen sind diverse Schlösser in Privathand gegangen, aber die waren viel kleiner.
Michaela hat noch kein Thema angezeigt, soviel ich weiß.
liebe Grüße Karen

Barbara Casillas hat gesagt…

We don't have anything so old here. It is always a wonderful experience when I have had the opportunity to visit these kinds of historical places throughout Europe.

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